Immer eine Idee besser

Wie ist eigentlich die doppelte Buchführung aufgebaut?

Die doppelte Buchführung ist ein Begriff, den die meisten Menschen zwar schon einmal gehört haben, doch eine richtige Vorstellung hat man nicht davon. Dabei ist ihr Aufbau recht einfach.

Die doppelte Buchführung ist eine besondere Art der Finanzbuchhaltung. Sie ist damit Teil des betrieblichen Rechnungswesens, so wie es in den meisten europäischen Ländern verstanden wird. Diese Art der Buchführung wird auch mit dem Wort Doppik abgekürzt, das für „Doppelte Buchführung in Konten“ steht. Hiermit wird auch klar, worum es bei dieser Art der Buchführung geht, nämlich, dass Zahlungsvorgänge nicht nur in einem Konto erfasst werden, sondern sich immer zugleich auf zwei Konten auswirken. Diese Technik ist im Italien der Renaissance eingeführt worden, hat damit einen langen historischen Hintergrund und ist aus dem heutigen Wirtschaftsleben vieler Länder nicht mehr wegzudenken.

Alle Konten im System der doppelten Buchführungen folgen einem bestimmten Aufbau. Die Konten haben dabei eine Tabellenform mit zwei Spalten, von denen die linke Soll und die rechte Haben genannt wird. Diese Anordnung der Spalten ist für alle Konten gleich, d. h., dass Soll nie rechts stehen und Haben nie links stehen darf. Die Begriffe Soll und Haben können missverstanden werden, wenn man sich über ihre historische Herleitung nicht im Klaren ist. Mit Soll sind jene Beträge gemeint, die ein Kunde bezahlen „soll“, mit Haben ist hingegen nicht der Besitz, sondern jener Betrag gemeint, den „wir selbst zu bezahlen haben“. In den früheren Darstellungen des Kontos, die man auch in den Lehrbüchern zum Rechnungswesen und der Bilanzierung von Unternehmen findet, ähnelt das Konto dem Buchstaben T, weshalb sie auch als T-Konten bezeichnet werden.

Falls es nun aufgrund einer geschäftlichen Transaktion zu einem Buchungsvorgang kommt, sind davon immer zwei Konten betroffen, das eine Konto im Soll und das andere im Haben. Dieser Vorgang wird auch als Buchungssatz bezeichnet und auf einem Beleg vermerkt. Die Buchung im Soll wird Sollbuchung und jene im Haben Haben-Buchung genannt. Die Kurzform für den Buchungsvorgang lautet „Soll an Haben“. So könnte eine Beispielbuchung etwa Verbindlichkeiten an Bankkonto lauten, wenn eine Rechnung per Überweisung gezahlt wird. Es wird also ein gewisser Betrag vom Konto abgebucht und gleichzeitig verringern sich die Verbindlichkeiten.

18.06.2010