Immer eine Idee besser

Altersdemenz-Medikamente als Baustein der Therapie

Altersdemenz-Medikamente versprechen keine Heilung. Sie können lediglich den Verlauf der Krankheit verzögern. Eine medikamentöse Therapie sollte am besten mit einem Hinleistungstraining kombiniert werden.

Von der Demenz ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Das Denkvermögen, die Motorik und die Sprache können auch betroffen sein und es kommt zur Vergesslichkeit. Zur Therapie der Demenz werden Antidementiva verwendet. Diese Altersdemenz-Medikamente helfen jedoch nicht allen Patienten. Sie können den Verlauf der Erkrankung lediglich um ein bis zwei Jahre verzögern oder für kurze Zeit zum Stillstand bringen. Zu einer vollständigen Heilung kommt es aber leider nicht. Hierfür muss die Demenz frühzeitig erkannt und mit Altersdemenz-Medikamenten behandelt werden. Im fortgeschritten Verlauf bringen diese Medikamente leider keine Heilung mehr. Seit Kurzem wird eine Therapie mit einem wirkstoffhaltigen Pflaster angewendet. Diese Pflaster sollen den Wirkspiegel konstant halten, die Nebenwirkungen mindern und sogar eine höhere Dosis ermöglichen. Solche Pflaster haben den zusätzlichen Vorteil, dass die Verwendung des Pflasters einfacher für die Pflegekräfte zu handhaben ist, denn viele Patienten verweigern die Einnahme von Medikamenten. Ziel der medikamentösen Therapie ist es, den Alltag für die Patienten zu erleichtern.

Ginkgo oder Knoblauch ist in ihrer Wirkung umstritten. Auch Medikamente, die zur Beruhigung dienen oder Schlaf fördernd wirken, sollten vermieden werden. Diese verschlechtern nämlich die kognitive Leistung. Auch Neuroleptika sollten nicht verordnet werden. Acetylcholinesterase-Hemmer sollen in einer frühen Phase der Erkrankung den Signalaustausch zwischen Nervenzellen verbessern. Dadurch soll die Krankheit bis zu einem Jahr hinaus gezögert werden. NMDA-Antagonisten sollen bei einer mittleren bis schweren Erkrankung erfolgreich sein.

Die Medikamente allein sind wahrscheinlich aber nicht wirksam gegen die Krankheit. Die medikamentöse Behandlung sollte nur ein Baustein eines Therapiekonzeptes sein. Ein Hirnleistungstraining sollte zusätzlich eingesetzt werden. Die Behandlung der Altersdemenz muss auf jeden Fall versucht werden. Auch wenn keine Verbesserung erkennbar ist, ist es auch ein Erfolg, wenn sich die Demenz nicht verschlechtert.

18.06.2010